Hühnermobil der Region Hannover


Hühnermobil der Region Hannover

Lernprojekt mit Hühnern vermittelt Kita- und Grundschulkindern Wissen

Wenn das Hühnermobil mit seinen gefiederten Bewohnern Station in Kitas oder Schulen in der Region Hannover macht, gibt es für die Kinder eine Menge zu bestaunen und zu lernen. Damit erfüllt das Bildungsprojekt eine wichtige Aufgabe: Es gewährt den Jüngsten in unserer Gesellschaft Zugang zu Wissen über Natur, Konsum, Verantwortung und Nachhaltigkeit.

Autorin: Janina Scheer

Landleben und Natur zum Anfassen

Seit 2017 gibt es das Hühnermobil. Das Projekt von der Region Hannover, dem Biohof Rotermund-Hemme aus der Wedemark und der Sparkasse Hannover ermöglicht Kita- und Grundschulkindern, Hühner aus der Nähe zu erleben. „Die Kinder lernen den Umgang mit den Tieren und übernehmen Verantwortung für sie“, erläutert Marie Hemme das Konzept. Um teilnehmen zu können, benötigen Schulen und Kitas nur einen Platz von sechs mal sieben Metern für den mobilen Stall. Und natürlich die Bereitschaft, sich um die Tiere zu kümmern. Für bis zu vier Wochen bleibt das Hühnermobil mit etwa zehn Bewohnern an einem Ort. In dieser Zeit kümmern sich mehrere Gruppen nacheinander um regelmäßiges Füttern und Ausmisten. „Es geht darum, die Bedürfnisse und Verhaltensweisen des Huhns, wie Sandbaden und Scharren, kennenzulernen“, so Hemme. Materialien wie Futter, Einstreu und der Zaun für den Auslauf werden kostenlos zur Verfügung gestellt.

Woher kommt das Ei?

Bevor die Hennen mit ihrem Hühnermobil vorfahren, gibt es eine Einführungsveranstaltung. „Viele Kinder wissen nicht, woher das Ei kommt“, sagt Hemme. „Aus der Packung“, lautet die Antwort häufig. Die Biohof-Mitarbeiterin erklärt: „Kinder, egal ob in der Stadt oder auf dem Land, haben kaum noch Kontakt zu sogenannten Nutztieren.“ Das Einsammeln der noch warmen Eier ist deshalb für die meisten eine aufregende Erfahrung.

Lernprojekt mit sozialem Faktor

Wer sich den schreckhaften Tieren nähern und sie anfassen will, muss leise sein und sich langsam bewegen. „Das schafft auch eine lebhafte Gruppe von Kindern“, so Hemme. Solche Aufgaben gemeinsam zu meistern schweißt zusammen. Vertrauen und Konzentration spielen eine zentrale Rolle. Stichwort: Chancengleichheit. Auch Schüler, die wenig Anschluss in der Gruppe haben, können hier ihre Fähigkeiten einbringen. „Ein Kind, das sich zum Beispiel traut, das Huhn Körner aus seiner Hand picken zu lassen, gewinnt an Achtung bei den anderen“, führt Hemme aus.

Bildungsprojekt vermittelt auch Werte

Der Umgang mit den Hühnern schult Achtung und Respekt vor Tieren. Auch artgerechte Haltung und der Platzbedarf eines Huhns sind Thema. Hemme sagt: „Wir vermitteln den Kindern, dass sie es auch nicht mögen würden, den ganzen Tag im Zimmer sitzen zu müssen und nicht hinaus zu dürfen.“ Außerdem vermittelt das Projekt Lerninhalte wie Artenschutz, Ernährung und Konsum.

Kleine Experten, große Begeisterung und viele Lerneffekte

Am Ende des Projekts sind die Teilnehmer zu richtigen Hühner-Experten geworden. Und auch die Rückmeldungen der Schulen und Kitas sind voller Lob und Begeisterung. In rund 13 Einrichtungen war das Hühnermobil bisher zu Gast. Fast alle haben sich im Anschluss an das Projekt direkt wieder auf die Warteliste setzen lassen. „Nur eine einzige Schule hat darauf verzichtet“, so Hemme, „die Grundschule Engelbostel war so begeistert von den Lerneffekten, dass sie sich eigene Hühner angeschafft hat.“

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