Azubis programmieren künstliche Intelligenz

Azubis programmieren künstliche Intelligenz

Autorin: Janina Scheer

Bei Arconic arbeiten Auszubildende und Roboter im Team

Die Digitalisierung ist kein Zukunftsprojekt mehr, sondern längst Realität. Das Unternehmen Arconic Fastening Systems and Rings lässt seine Azubis Roboter programmieren, die ihnen die Arbeit erleichtern. Auf Veranstaltungen und Messen präsentieren die Nachwuchsfachkräfte als Botschafter ihren Arbeitgeber.

Roboter entlasten die Mitarbeiter

Bereits seit Anfang der 60er-Jahre helfen Roboter Menschen bei der Arbeit. Sie machen Arbeitsplätze sicherer, indem sie Aufgaben in Gefahrenzonen oder körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten übernehmen. Flugzeugzulieferer Arconic hat das Potenzial der künstlichen Intelligenz erkannt und setzt sich gezielt für die Zusammenarbeit von Angestellten und Robotern ein.

Fachkräfte helfen, Prozesse zu optimieren

„In fünf Jahren werden wir Riesenprobleme haben, Fachkräfte zu bekommen“, prophezeit der Hildesheimer Arconic-Geschäftsführer Jens Harde, „deshalb wollen wir die Kollegen frühzeitig an die digitalen Helfer heranführen.“ Das Ziel ist jedoch nicht, Mitarbeiter durch Roboter zu ersetzen. „Wir wollen Prozesse optimieren“, erklärt Harde, „aber wir brauchen unsere Fachkräfte, die der Maschine sagen, was sie tun soll.“

Industrie 4.0 lebt von Robotertechnik

Das Unternehmen hat sechs Produktionsstätten in Deutschland, zwei davon in Hannover und Hildesheim. Hier werden regelmäßig Industriemechaniker, Industriekaufleute, Maschinen- und Anlagenführer sowie Fachinformatiker ausgebildet. Die jungen Nachwuchskräfte sind die Mitarbeiter von morgen. Umso wichtiger ist es, sie von Anfang an mit Robotertechnik vertraut zu machen. Deshalb hat Arconic seine Ausbildungsinhalte entsprechend angepasst.

Azubis als Botschafter

Die Auszubildenden lernen bei Arconic, Roboter zu programmieren. Die digitalen Kollegen können dann zum Beispiel in der Fertigung Bauteile übergeben. Aber zunächst geht es darum, Übung in der Zusammenarbeit zu bekommen.

Das Unternehmen legt besonderen Wert darauf, den Nachwuchskräften Freiraum zum eigenständigen Arbeiten zu lassen. Auf Veranstaltungen und Messen treten sie als Botschafter auf. Die Aktionen auf der jährlich in Hannover stattfindenden IdeenExpo stammen meist von den Azubis. Dort geben sie den Besuchern einen Einblick in ihre innovativen Projekte und zeigen, was sie in ihrer Ausbildung lernen.

Keine Angst vor der Digitalisierung

Während den jungen Mitarbeitern die Zusammenarbeit mit Robotern leicht fällt, blicken manche älteren Kollegen jedoch sorgenvoll in die Zukunft. Das Thema Digitalisierung ist für viele schwer greifbar. Deshalb haben alle Mitarbeiter am Standort Hildesheim einen Parcours durchlaufen, an dessen Stationen sie mit den Auswirkungen von Industrie 4.0 auf ihren Job vertraut gemacht wurden. Intensive Schulungen sollen folgen. Geschäftsführer Harde betont: „Roboter sollen unseren Mitarbeitern Freiräume für Wichtigeres, auch anspruchsvollere Aufgaben schaffen.“ Künstliche Intelligenz nimmt in Zukunft mehr Raum in der menschlichen Arbeitswelt ein. Roboter können Tätigkeiten übernehmen und Prozesse effizienter gestalten, doch der Mensch bleibt Chef seines Arbeitsplatzes.