Hinweis

Für dieses multimediale Reportage-Format nutzen wir neben Texten und Fotos auch Audios und Videos. Daher sollten die Lautsprecher des Systems eingeschaltet sein.

Mit dem Mausrad oder den Pfeiltasten auf der Tastatur wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Durch Wischen wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Los geht's

Regionalveranstaltung_Sehnde

Logo http://uebermorgen.haz.de/regionalveranstaltung_sehnde

In Sehnde fand am 24. Oktober die vorerst letzte der insgesamt fünf ÜberMorgen-Veranstaltungen statt. Die Moderation übernahm der stellvertretende Chefredakteur der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, Felix Harbart.

Zahlreiche Gäste waren gekommen, um bei der Diskussionsrunde im Gutshof Rethmer über die Themen „Dorf mit Zukunft“, „Wirtschaftsförderung“, „Intelligente Verkehrsplanung“, „Co-Working auf dem Lande“, „Telemedizin“ und „Soziale Versorgung“ zu sprechen.

Lesen sie im Folgenden die interessantesten Expertenaussagen der Veranstaltung:



Zum Anfang

Michaela Oldeweme berichtet über die sozialen Aspekte des Dorfladen Bolzum, der im März 2015 gegründet wurde. Um das Eigenkapital von 75.000 Euro zusammenzubringen, gaben die Initiatoren um Oldeweme und Frauke Lehrke Anteilsscheine aus. Wer sich beteiligte, ist nun stiller Teilhaber.

Der Dorfladen führt mittlerweile nicht nur über 2.000 Produkte und unterhält ein Café, er erzeugt auch Strom und speist diesen in das Netz von Bolzum ein. Außerdem unterstützen die Dorfladenbetreiber Bolzum bei dem Wettbewerb „Klimaschutz im Alltag – gutes Klima im Dorf“, der sich an Dörfer richtet, die etwas unternehmen wollen, um den ökologischen Fußabdruck der Bewohner zu verringern.

„Das Prinzip des Dorfladens ist eine Selbstverwaltung mit Ehrenamt und vielen Angestellten inklusive eines Cafés.“

„Kunden kommen für Einkäufe aber auch für Kontakte – Butter sollte natürlich trotdzem immer vorrätig sein.“

Zum Anfang

Carsten Niemann, Samtgemeindebürgermeister in Ahlden (Heidekreis), setzt sich für eine aktive, steuernde Verwaltung ein, deren Anstrengungen und Ziele sich an den Wünschen und Bedürfnissen der Bewohner orientieren.

In seinem früheren Verantwortungsbereich hat er sich für Breitbandversorgung stark gemacht und dafür auch kreative Ideen entwickelt.

„Eine Kommune muss für Strukturen sorgen. Auch wenn sie für Breitband nicht zuständig ist.“

„Es gibt viel Breitbandinfrastruktur ungenutzt im Boden. Wir haben gebündelt mit HTP und der Telekom Lücken geschlossen.“

„Wenn Bürger Geschäfte im Ort haben wollen, dann müssen sie sie nutzen. Ist der Einzelhandel erst einmal weg, kommt er nicht wieder.“

Zum Anfang

Klaus Geschwinder vom Verkehrsmanagement der Region spricht über Mobilitätstrends und die Verkehrsplanung der Zukunft.
 
„Die ÖPNV-Nutzung in der Region Hannover steigt ständig.“

„Es gibt zwar immer mehr Autos in Hannover, die Leute fahren aber nicht mehr damit. Die Verkehrsleistung bleibt also gleich.“

„Es erfolgt ein Umdenken im Regionalverkehr: Starke Achsen werden wir weiterentwickeln und die Intermobilität mit Radverkehr und ÖPNV verbessern.“

„Das Verkehrsmanagement entwickelt ein neues Schwarmsystem für Verkehrsumleitungen bei Staus auf Autobahnen. Der Test erfolgt zur Agritechnica.“


Zum Anfang

Wilhelm Klauser, Gründer von Initialdesign Berlin (Büro für Architektur und Transformation), hat für das Calenberger Land das Projekt Regio-LAB entwickelt. In leer stehenden Gebäuden im ländlichen Raum werden Büros und Beratungsräume für Pendler, Freelancer, Ehrenamtler als Co-Working-Spaces angemietet. Das vermeidet Verkehr und versorgt, vernetzt und stärkt den ländlichen Raum.

„Es ist sinnvoll, Co-Working an starken Achsen anzusiedeln, nicht nur für Büronutzung, sondern auch für Pilates, VHS, Catering, Coaching etc.“

„Homeoffice-Arbeit, aber ohne Heimarbeitsplatz. Firmen mieten sich solche Arbeitsplätze an, das spart Pendelei und Geld.“


Zum Anfang

Linda Lüddeke, stellvertretende Landesvorsitzende der Landjugend Niedersachsen, ist selbst auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen und sieht viele positive Aspekte am Leben auf dem Land. Sie spricht über die Vorzüge von Gemeinschaft, Nachbarschaft und Leben ohne Anonymität.

„Landjugendarbeit bedeutet nicht Stammtischwimpel – wir sind junge Leute aus dem Hier und Jetzt.“

„Die Landjugend organisiert Partys und trifft sich zum Kartfahren – wie alle junge Menschen aus diesem Jahrhundert.“

„In unserem Verein muss man nichts können, sondern nur vor Ort wohnen und Lust aufs Mitmachen haben.“

Zum Anfang

Ärztemangel ist ein großes Thema auf dem Land, 359 Hausarztsitze sind nicht besetzt. Dr. Micha Neubert, praktischer Arzt aus Osnabrück, hält seit Anfang des Jahres Videosprechstunden ab. Darin sieht er vor allem Vorteile für Patienten aus der Region.

„Das Interesse ist groß, die Menschen kommen jedoch trotzdem lieber persönlich in die Praxis.“

„Wenn 93-Jährige heute skypen, werden sie übermorgen Telemedizin als ergänzendes Angebot nutzen.“
 
„Wir müssen Distanzen überwinden und eine gute Versorgung anbieten. Die Telemedizin kann dabei unterstützen.“

Zum Anfang

Günther Becker spricht für die Generationenhilfe Börderegion e.V., ein Verein in Hohenhameln. Ihr erfolgreiches Projekt, das auf Seniorengenossenschaften basiert, bei dem ältere Mitbürger sich gegenseitig unterstützen, heißt „Hand in Hand“. Einst mit 70 Mitgliedern gestartet, zählt der Verein mittlerweile über 400.

„Der Verein wirkt gegen Vereinsamung. Im Vereinsheim ist viel los, beispielsweise der sonntägliche Kochclub.“

„Der ÖPNV ist bei uns nicht gut genug, der Verein schließt Lücken wo keine Busse fahren.“

Zum Anfang
Zum Anfang
Scrollen, um weiterzulesen
Wischen, um Text einzublenden